Warum gendersensibel?

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Für gelebte Vielfalt,
Entkräftigung einengender Rollenklischees,
selbstbestimmte und freie Kinder!

Alles Prinzessinnen und Abenteurer? Rollenklischees lassen grüßen…

Vielfach beginnt die Stereotypisierung bereits vor der Geburt. So bereiten sich zum Beispiel Buben schon in der Gebärmutter mit „typisch kräftigen Burschentritten“ auf die anstehende Fußballerkarriere vor, während von den Ballerinen in spe eher die zarteren Bewegungen wahrgenommen werden.

Sobald dem Kind eines der klassischen, binären Geschlechter zugeschrieben wurde, formen und verfestigen sich spezifische Erwartungshaltungen in den Köpfen der Eltern und des familiären Umfelds. Entsprechend dieser Erwartungen wird nach der Geburt mit beiden Händen kräftig in die Klischeeschubladen gegriffen: dem einen Teil der jungen Menschen werden rosa Strampler mit blumigen oder „süßen“ Motiven angezogen, während der andere Teil hellblaue Einteiler mit kraftvollen Bildern und Prints aus der Technik-Welt trägt. Auch Kleidungsstücke mit pseudo-lustigen, markigen Sprüchen tun ihr Übriges um gängige Stereotype einzuzementieren.

Rosa Shirt Baby Diva
Rosa Shirt Baby Drama Queen
Blaues Shirt Baby Starker Papa
Rosa Shirt Baby Shopping Queen
Shirt Baby Bussi Studium
"Little Diva"
"Drama Queen"
"Mein Papa ist stärker"
"Shopping Queen in Training"
"Bussi fürs Studium"
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In weiterer Folge dreht sich die (Gendermarketing-)Spirale immer weiter: Tierkinder- vs. Baustellen-Bilderbücher, Prinzessinnen- vs. Piraten-Geschichten, LEGO Friends vs. Technik-LEGO, Ponys vs. Dinosaurier, Eisprinzessin Elsa vs. diverse Superhelden, fürsorgliche Puppenmami vs. wilder Abenteurer – selbst Kinderkekse und Erfrischungsgetränke werden dementsprechend eingeteilt.

Was macht das mit den Kindern?

Entlang dieser dichotomen Farb-, Symbol- und Bilderwelten werden verschiedene Werte und ein unterschiedliches gesellschaftlich erwünschtes Verhalten transportiert. Kinder sind generell auf Kooperation ausgerichtet. Im Zuge des Lernprozesses sind sie bestrebt Erwartungshaltungen zu erfüllen und die von ihnen erwartete Rolle einzunehmen. Mit einem klischeebelasteten Blick und einem traditionell rollenkonformen Verhalten werden den Kindern Entfaltungsmöglichkeiten und Entwicklungsoptionen abseits der gängigen Stereotype genommen und sie werden in die althergebrachten Lebensmodelle gedrängt.

Sie werden damit zu einem gewissen Grad ihrer Selbstbestimmung beraubt und es wird ihnen schwer gemacht für sie richtige, eigene Wege zu beschreiten. Immer wieder führen diese einengenden Rollenzuschreibungen dazu, dass sich die Heranwachsenden grundlegend „falsch“ fühlen. In manchen Fällen sind Depressionen, andere psychische Erkrankungen und Stigmatisierung die Folge.

Rosa-hellblaue LEGO Figuren stereotyp geprägt
Rosa für Mädchen und blau für Jungs: auch wenn LEGO die Klischeewelten immer wieder mal verlässt, das Gros ist stereotyp geprägt. Damit werden Rollenklischees verfestigt und die Stereotypisierung voran getrieben.

Sexismus vorprogrammiert

Durch eine starke genderstereotype Prägung in der Kindheit stellen wir die Weichen für ein sexistisches Verhalten in der Zukunft. Sexismus ist dafür verantwortlich, dass mehr als vier von zehn Frauen in Österreich angeben bereits einmal sexuell belästigt worden zu sein, wie eine Untersuchung des Market Instituts im Rahmen von #metoo im November 2017 zeigte.

Er ist außerdem mit dafür verantwortlich dass Männer 2018 eine um 4,7 Jahre geringere Lebenserwartung hatten als Frauen (Quelle: statista). Sexismus hat weitreichende negative Folgen auf verschiedensten Ebenen für alle Geschlechter. Wir wollen so eine Welt nicht reproduzieren und den Kindern das Rüstzeug dafür in die Hand geben, diese Welt kritisch zu hinterfragen und dagegen anzutreten.

Gendersensible Erziehung für eine offene Gesellschaft

Unser Ziel ist es, mit beständiger Selbstreflexion und Analyse unserer Lebenswelten bestehende Rollenklischees aufzuzeigen, um in weiterer Folge den Kindern mittels gendersensibler Erziehung vielfältige Möglichkeiten abseits der Schubladen anzubieten und eine freie Entwicklung zu ermöglichen.

Wir wollen sie dazu ermutigen, ihren Interessen ungeachtet der Grenzen von traditionellen Geschlechterrollen nachzugehen und darin bestärken ihren eigenen Weg fernab der geschlechtlichen Zweiteilung zu gehen.